Eine Anekdote zum Vergnügen.

„So how do you like America, Isa?“ „Well, it is ..“ „I mean, it is the best country in the world!“ „Yea, I really like America and …“ „Yea, we are the freakin best country in the world. Absolutely the best, you know. Well, that’s what they teach us, Isa, I know that this is not true!“

Solche Konversationen kann mit Amerikanern führen, naja, nicht mit allen. Die meisten sind von Europa fasziniert und sind neidisch, dass ich dort lebe. Sie wollen wissen, was in Berlin los ist, ihnen gefallen meine Berlin-Lifestyle-Stories. Die meisten wünschen sich sehr, Europa zu besuchen und Europa zu erleben. Was soll das also alles mit diesen Vorurteilen, dass die Ammis nur Amerika im Kopf haben und sich null für andere Länder interessieren … Ich beschreibe ja gerade das Gegenteil.

Ha, mal lieber nicht zu voreilig, ihr Lieben. Denn es gibt sie wirklich; die Cliché-Ammis, und sie sind noch schlimmer, als man es sich vorstellt. Ich werde euch nun eine Geschichte erzählen, die es grandios darstellt.

Wie ihr vielleicht wisst, belege ich den Kurs „Gastfreundschaft und Tourismus Marketing“ in meiner Schule. Vielleicht wisst ihr auch, dass ich sehr interessiert bin, was dieses Gebiet betrifft. Ich spiele immer mal wieder mit dem Gedanken rum, dass es mich vielleicht mal in diese Berufsrichtung verschlägt. Nun, ein wichtiger Teil der Geschichte ist, zu wissen, dass ich die einzige in meinem Kurs bin, der immerhin aus 13 Leuten besteht, die diesen Kurs gewählt hat. Ich bin die EINZIGE!!! Alle anderen wurden in den Kurs gesetzt. Schon mal eine sehr interessante Angelegenheit. Nun gut, die anderen hatten die Möglichkeit, den Kurs abzuwählen, aber 12 Personen haben sich dazu entschieden mir weiterhin Gesellschaft zu leisten. Mein Gedanke, dass die anderen 12 möglicherweise auch Interesse an diesem Fach zeigen werden, hat sich dann als falsch herausgestellt. Interesse ist gleich null, keine Mitarbeit von irgendjemanden, absolut monotones Lernen, da keiner, außer mir, Willen zu irgendwas zeigt. Wirklich großartig. Eigentlich liebe ich diesen Kurs, aber trotzdem hat er sich zu meinem Hass-Kurs hier entwickelt, was wirklich nur an diesen Leuten (nicht der Lehrerin !!) liegt.

Aber denken wir zurück an meine Aussage am Anfang, dass es durchaus die Cliché-Ammis gibt, die sich nicht für andere Länder und Kulturen interessieren. Ich will  nun  ein aussagekräftiges Erlebnis mit euch teilen, welches ich vor 2 Wochen erlebt hatte.

Meine Lehrerin war krank und wir hatten eine Vertretungslehrerin. Sie kannte unseren Kurs nicht und stellte uns die selben Fragen, die man uns schon am ersten Tag gestellt hatte.

Willst du mal diese Berufsrichtung einschlagen?

Verreist du gerne?

Wie viele verschiedene Länder hast du schon besucht?

Stoppen wir mal bei dieser Frage. Wir waren insgesamt 3 Personen (ich inklusiv), die schon andere Länder bereist haben. Die Vertretungslehrerin war nun neugierig und wollte wissen, wo die anderen, denn gerne mal hinwollen, wenn sie nun einfach mal die Möglichkeit hätten, irgendwo hinzufahren. Ich hatte sofort eine Überzahl an Orten in meinem Kopf. Ich war nun auch neugierig, welche Orte die anderen nennen würden. Und nun erlebte ich etwas, was mich noch tagelang beschäftigte.

Abgesehen von einem Jungen, der der Army beitreten und in Deutschland stationiert werden will, antworten alle anderen (ohne Witz) mit dem Satz „Keine Ahnung“ . Die Lehrerin wiederholte es nochmal. „Welches Land oder welche Stadt würdet ihr auswählen, wenn ihr jetzt einfach die Möglichkeit hätten. Seht mal ab von dem Geld und allem.“ Die Antworten oder besser die Antwort hieß „Keine Ahnung“. Ich war verwirrt. Doch die Verwirrung steigerte sich. Das eine Mädchen fing aufeinmal mit einem Redefluss an. Sie meinte, dass sie sich überhaupt gar nicht für andere Kulturen und all sowas interessieren würde, wir wären hier ja in Amerika, und was das solle. (Ich dachte mir nur, jupp, das würde ich auch in Anwesenheit eines Austauschschülers sagen ;) ). Sie sagte, sie will nicht in andere Länder reisen, wir wären hier ja in Amerika. Die beiden nervenden Gören hinter mir, stimmten ihr nur zu. Wir wären hier ja in Amerika, wir interessieren uns nicht wür andere Kulturen, bla bla bla. Und dann ging die nächste Diskussion los. Alle meinten, dass sie gar keine Lust auf ein anderes Land haben, wo man nicht Englisch spreche. „Das ist doch alles dumm, ich will Englisch sprechen und mich nicht mit einem Wörterbuch rumschlagen, ich bin Amerikaner, ich spreche Englisch, bla bla bla“ . Ich war mehr als geschockt, ich tauschte nur einen allessagenden Blick mit der Vertretungslehrerin, die genauso geschockt war, aus und meldete mich nun auch mal zu Wort. Hier meine Worte:

„Ihr Lieben, wie oft muss ich es euch eigentlich noch sagen? In jedem Tourismus-Gebiet ist die englische Sprache die wichtigste Vorraussetzung. Ja, um Gottes Willen, ihr seid Amerikaner. Ihr habt es nun wirklich leicht, denn die ganze Welt spricht Englisch. Wenn ich verreise, kommuniziere ich die meiste Zeit in Englisch. Also bitte, bitte, bitte, kommt mir nicht mehr mit dem Argument ihr wollt keine anderen Länder besuchen, aufgrund der Verständigung. “

Natürlich durfte ich mir wieder dumme Blicke gefallen lassen, wie immer (Oh Gott, ich hasse diesen Kurs :D ). Aber natürlich hat sich die Meinung der anderen nicht geändert. Noch immer hieß es, dass man keine Lust auf andere Kulturen hätte, was wirklich die beste Aussage ist, wenn ein Austauschschüler im Raum sitzt, ich muss es nochmal sagen. Dann ging noch eine weitere Diskussion los, dass man ja gar nicht verstehen würde, wieso man Spanisch in Amerika lernen müsse, ich meine, wir sind ja hier in Amerika. Blenden wir einfach mal die Tatsache aus, dass Spanisch eine extrem wichtige Sprache in den USA ist, hier lebt eine extreeeeem hohe Anzahl an spanisch-sprechenden Leuten. Aber ja, es gibt ja keinen Grund. Ich weiß, Spanisch ist blöd, ich habe es nicht umsonst abgewählt, aber come on, …. Wäre Spanisch die zweite Sprache in Deutschland würde mein Interesse für die Sprache bestimmt auch anders aussehen.

Ich habe so etwas wirklich noch nie erlebt. Als alles für einen Moment still war, brachte ich nur ein lautes „WOOOOOW!!“ heraus. Ich war so geschockt. Als die Stundenschluss war und alle hinausstürmten, saß ich noch ein paar Sekündchen da. Ich konnte das alles nicht glauben. Meine Vertretungslehrerin schmunzelte mich nur an und meinte „Well, Welcome to America!“

Hach ja, ich kann es wirklich kaum erwarten, zurück in diesen Kurs zu gehen. Ein Glück ist es nur ein Halbjahr-Kurs, also fast geschafft. Die meisten wählen aber auch den nächsten Kurs „Sport Events und Entertainment Marketing“, ich bin mehr als gespannt, wie das Interesse da besteht.

Ansonsten geht es mir mehr als gut. Einige Dinge sind passiert, die aber mein Leben in Deutschland betreffen. Natürlich nur positives. Ich denke stets an euch. I

I love U, Germans

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Ein Kommentar zu “Eine Anekdote zum Vergnügen.

  1. Melia ♥ sagt:

    ich bin grade auch etwas geschockt aber du bist isa, also hälste dat schon durch ;)
    freut mich dass es dir gut geht
    we love you ♥

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